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Chronik

Die Vereinsgeschichte

Wo sich heute das Clubheim des „Trägervereins“ – ehemals „Niederrheinische Hütte“ erhebt, befand sich bereits im Jahre 1923 ein kleines bescheidenes Bauwerk mit Umkleideräumen, Bootsraum und einem Raum für die Strandwache, in vielen freiwilligen Arbeitsstunden von den Mitgliedern des „Arbeiter-Wassersport-Vereins Groß-Duisburg e.V.“. Das Gelände gehörte der Niederrheinischen Hütte und war industriell für das Werk uninteressant, so dass die Werksleitung dem jungen Verein die Genehmigung zum Bau dieses Hauses gab.Bild-Chronik-1

Doch schon einige Jahre später wurde eben dieses Gelände für die Niederrheinische Hütte wieder interessant, denn in den einzelnen Duisburger Werken hatten sich Werkssportabteilungen gebildet, so auch bei der Niederrheinischen Hütte. Sportbegeisterte junge Menschen fanden sich zusammen und gründeten im Jahre 1928 den „Turn- und Wassersportverein Niederrhein“.

Das kleine Steinhaus auf dem Wall zwischen Barbara-See und Niederrhein-See wurde käuflich erworben.. Der Arbeiter-Wassersport-Verein erhielt von der Firma Krupp im Jahre 1930 ein in unmittelbarer Nähe gelegenes urwüchsiges Gelände. Trotz unruhiger Zeiten und Weltwirtschaftskrise entstand beim TUS „Niederrhein“ ein emsiger Sportbetrieb. Viele Sportarten wurden betrieben: Fußball, Handball, Boxen, Schwimmen, Angeln, Tennis und natürlich der Wassersport mit selbstgefertigten Booten.

Dem Kanusport galt großes Interesse. Aus gutbürgerlichen Kreisen hatte sich bei der Niederrheinischen Hütte, angeregt durch Freunde die nicht zum Werk gehörten, aber ebenfalls zu einer Gruppe zusammengetan. Gleichzeitig fanden sich auch Angler ein, die sich ebenfalls zu einer Gruppe zusammenschlossen. Alle zusammen fanden in dem kleinen Steinhaus an der Wedau eine Bleibe.Bild-Chronik-2

Die Zusammenlegung der Niederrheinischen Hütte mit der August-Thyssen-Hütte in Hamborn brachte wiederum kanubegeisterte Interessenten. So bestand die Kanuabteilung bald nicht mehr nur aus Werksangehörigen, sondern auch aus deren Freunden und Bekannten, die in Privatbetrieben, bei der Stadtverwaltung usw. tätig waren. Alle Mitglieder waren tatkräftig bemüht, das versumpfte Gelände trocken zu legen und für die Ausübung ihres Sports herzurichten. Mit Hilfe leitender Persönlichkeiten des Werkes und der Duisburger Stadtverwaltung wurde in den Jahren der großen Erwerbslosigkeit an der Wedau Einmaliges geleistet.
Bald war das kleine Steinhaus als Unterkunft nicht mehr ausreichend, und so wurde durch stille Mithilfe der Niederrheinischen Hütte und leitender Mitglieder der Kanu-Abteilung im Jahre 1928 ein neues Bootshaus in unmittelbarer Nähe gebaut. Vorgefertigte Eisenteile, Stahlbleche – als Schrott erworben – wurden vernietet und verschweißt und zu dem Bootshaus zusammengefügt, wie wir es bis zum Jahre 1969 benutzt haben.

Gleichfalls zu dieser Zeit wurde der Damm zum Barbara-See durchbrochen, um für die Kanusportler einen direkten Zugang zum Nachbarsee zu bekommen. Viele starre Boote wurden damals in Selbstarbeit gefertigt. Das sportliche Vereinsleben war sehr kameradschaftlich und familiär. Es wurden nicht nur Vereinsmeisterschaften ausgetragen, sondern es bestand eine aktive Rennmannschaft, die damals schon beachtliche Erfolge erringen konnte.

Diese durch Hingabe und Idealismus der rund 50 Mitglieder großartigen Entwicklung kam im Jahre 1933 – als der Hitlerfaschismus die Macht ergriff – jäh zum Erliegen. Im Rahmen der sogenannten Gleichschaltung wurde durch die damalige Deutsche Arbeitsfront der NSDAP die Betriebssportgemeinschaft der Niederrheinischen Hütte gegründet. Aufnahmen Werksfremder in die Kanu-Abteilung waren nicht mehr möglich.. Die bereits dazugehörigen werksfremden Mitglieder konnten jedoch nach langen Verhandlungen mit der Hütte weiterhin Mitglieder der Kanu-Abteilung bleiben.

Bild-Chronik-3Die Aufbauarbeit war nun für viele Jahre unterbrochen. Der zweit Weltkrieg brach aus. Über die Hälfte der Mitglieder befanden sich im Felde. Das kleine Häuflein Zurückgebliebener bemühte sich, die Verbindung aufrechtzuerhalten, schickte Post und Zeitschriften ins Feld, sorgte für Sauberkeit und Ordnung auf dem Vereinsgelände. Die Kantinenmutter, Tante Frieda, der alte Bootshauswart, Hännes Mück, und andere getreue Mitglieder sorgten dafür, da nach den schweren Bombenangriffen, die immer der Flakstellung auf dem Schlackenberg galten, ringsherum gelöscht wurde. Die stille Wedau war zu einem Hexenkessel geworden.

Von einem ehemaligen Fahnenjunker-Gefreiten, der damals 19 Jahre alt war, bekamen wir Erinnerungen und Bilder aus dieser schlimmen Zeit per Mail zugeschickt.

Bild-Chronik-42 ½ Monate war er 1941 auf dem Schlackenberg, musste dann zurück zur Flakartillerieschule Rerik, und kam dann noch einmal für kurze Zeit nach Duisburg zurück, zur Batterie auf dem Kaßlerfeld.

1941: Die Flakstellung auf dem Schlackenberg am Barbarase in Duisburg. Blick vom Barbarasee auf den Schlackenberg. Die Wohnbunker befanden sich am Rand des Schlackenbergs. Beim X ist ein Geschützrohr zu sehen. Es war allen Beteiligten
peinlich, was im Juni 1941 passierte. Ein 10,5 cm-Flakgeschütz kam gerade aus der Werkstatt zurück und sollte wieder in den Geschützbunker einrangiert werden.. Ein heikle Angelegenheit, denn diese betonierten Bunker befandensich alle am Abhang des Schlackenberges. Da passierte es! Plötzlich machte sich das sehr schwere Geschütz selbständig und stürzte den Abhang herunter. Glücklicherweise landete es auf den Rädern.
Bild-Chronik-6Der Fotograf steht auf dem Rand des Bunkers, in dem eigentlich das Geschütz stehen sollte. Der Batteriechef, ein Hauptmann, steht rechts unten und gestikuliert aufgeregt. Im Vordergrund steht der Batterieoffizier, ein Oberleutnant, und sieht sich die Sache gelassen an. Kanoniere sind dabei, Seile zu befestigen. Vermutlich wurde die Kanone gleich wieder in die Werkstatt transportiert, denn sie wird in diesem Zustand keineswegs einsatzbereit gewesen sein. Im Hintergrund sieht man den kleinen Kanal, der den Barbarasee mit der Regattabahn verbindet.

Das “Kommandogerät (kurz: Kdo.Ger.) 40” auf dem Schlackenberg. Im Hintergrund die Regattastrecke und dahinter die Innenstadt Duisburg. Am Kdo.Ger. das 4 m-Entfernungs-Bild-Chronik-8Meßgerät. Drei Entfernungsmesser sind gerade dabei, die täglichen Übungsreihen zu absolvieren und das Gerät zu reinigen. E. N. Während 1941 die Soldaten noch gelangweilt und feixend auf dem Foto oben zu sehen sind, möchten wir nicht in die Gesichter der jungen Schüler von 1945 sehen …

Bild-Chronik-5 Eine weitere Mail bekamen wir von einem Luftwaffenhelfer, der im Alter von 16/17 Jahren noch am Irrsinn dieses Krieges teilnehmen musste.

„habe mit interesse im internet ihre seiten gelesen – war 1944-45 auf dem schlackenberg als luftwaffenhelfer an einer 10,5 cm flakkanone „tätig“ bisdie frontlinie auf der anderen rheinseite angekommen war.

wir haben vom schlackenberg noch mit der letzten munition strassenkreuzungen in der umgehung von moers beschossen.

„feindliche“ beobachter sassen in den schornsteinen auf linksrheinischem gebiet und gaben uns gleich die antwort.

das wasser in der wedau blitzte von toten fischen.

granateinschläge auf dem steinharten schlackenboden hatten eine grausame wirkung.

im mai landete ich unversehrt im gefangenenlager in neuwied. von haus aus wuppertaler lebe ich heute in karlsbad, zwischen karlsruhe und pforzheim. jahrgang 1928. ihrem sportverein

alle guten wünsche – vielleicht besuch ich sie mal. P.-G. T.“  Foto. Gepaddelt wurde auch 1941.

Als der unselige Krieg im Jahre 1945 sein schreckliches Ende fand, war der Sportbetrieb fast völlig zum Erliegen gekommen. Durch den Einmarsch der Besatzungstruppen und auch durch die gesetzlose Zeit dieser Monate wurden dem Verein und seinen Mitgliedern zahlreiche Boote und Gegenstände aus dem Bootshaus gestohlen bzw. requiriert. Die allgemeine Depression der wenigen Mitglieder wurde von gewissenlosen Elementen dazu benutzt, sich an der Wedau zu bereichern.

Der bisherige Leiter der Kanu-Abteilung, Fritz Thoene, legte sein Amt nieder, und der 1.Vorsitzende, Niestendietrich, trat ebenfalls zurück. Dieser Zustand sollte und mußte en Ende nehmen.

Nach Rücksprache mit den ältesten Clubkameraden, welche z.Z. in der Heimat weilten, wurde am 17.03.1946 eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen. Es galt nun – um überhaupt etwas Verlorenes wiederzugewinnen und zu verhindern, daß fremde Vereine sich an der Wedau breit machen würden – einen neuen Vorstand nach demokratischem Aufbau zu wählen.
Neugründung und Wiederaufbau des Vereins und seine weitere Entwicklung

Die Turn-, Fußball-, Handball-, Boxabteilung usw. des Turn- und Sportvereins „Niederrhein“ bestanden nicht mehr. Aber der kleine Kreis Kanusport-Interessierter wollte etwas für den Wassersport retten. Ein provisorischer Vorstand unter der Leitung des Kameraden H.Hoddik wurde gewählt und am 07.04.1946 die Gründungsversammlung einberufen, auf der der neugegründete Verein den Namen Wassersportverein „Niederrhein“ erhielt und der endgültige Vorstand gewählt wurde. Tatkraft und Idealismus der alten und neuen Mitglieder sorgten für stete Aufwärtsentwicklung.

1946 wurde der Aufenthaltsraum vergrößert und die gesund Kassenentwicklung des Vereins ließ die Verlegung elektrischer Leitungen zu.

Am 16.04.1946 wurde die Eintragung ins Vereinsregister beschlossen und am 17.05.1946 wurde der Verein aufgrund seines Antrages vom 26.03.1946 durch das Stadtamt für Leibesübungen anerkannt und genehmig. Trotzdem durften die Mitglieder nur mit schriftlicher Erlaubnis der Militärregierung tätig sein. Alle im Bootshaus untergebrachten Boote mußten der Militärregierung gemeldet werden. Für die 21 gemeldeten Boote erhielt der Verein das Permit D1407, und die Besitzer der Boote erhielten eine entsprechende Bescheinigung des Stadtamtes für Leibesübungen.

Das Bootshaus wurde wieder zum Mittelpunkt. Die Kameradschaft ließ nichts zu wünschen übrig. Nach und nach kehrten die Kameraden aus der riegsgefangenschaft zurück, zahlreiche Feste wurden gefeiert. An Wochenenden versammelte man sich zur gemütlichen Runde am großen Kohleofen. Lieder zur Laute wurden gesungen und dabei hegte man die stille Hoffnung, daß sich die Kalorienfrage bald bessern möge.

Bild-Chronik-9Hauptaugenmerk in dieser Zeit blieb aber immer wieder in den Besitz von Rennbooten zu kommen, um einen großen Sportbetrieb aufnehmen zu können. In den Jahren 1947/48 wurde unter der Leitung von Albert Stickel die alte Rennmannschaft aktiviert. Für die Mitglieder ohne Boot wurde Faustball und Tischtennis betrieben.

1948 wurde ein neuer, junger Vorstand unter der Führung von Georg Kanzen gewählt. Der wuchs, die Ansprüche stiegen, und bald reichte der Raum nicht mehr aus. Das durch den Krieg stark beschädigte Bootshaus wurde renoviert. Bei größeren Festlichkeiten wich man in die Gaststätte „Verkoyen“ oder in die damalige „Schützenburg“ aus.

In dieser Zeit war das Verbleiben auf dem Vereinsgelände in Frage gestellt. Zur Zeit fand die Entflechtung der Niederrheinischen Hütte aus dem Verband der Vereinigten Stahlwerke statt. Die Sozialabteilung der Hütte beabsichtigte ihre Jugendbetreuung auf dem Gelände auszuüben. Nach mehreren schwierigen Verhandlungen mit der Hütte wurde eine Einigung dahingehend erzielt, bis zur endgültigen Klärung der Besitzrechte zwischen dem Hüttenwerk und den Vereinigten Stahlwerken das Gelände weiterhin zu benutzen.

Wie kurios unsere Rechtsverhältnisse weiterhin waren, zeigte sich fast zur gleichen Zeit. Durch den Umbau des Uferstreifens kamen wir mit dem Garten- und Friedhofsamt der Stadt Duisburg in Konflikt. Zum ersten Male erfuhren wir, daß dieser Streifen Eigentum der Stadt Duisburg war und zweitens, das unser Nachbar, der „Frei Arbeiter-Sportverein“ einen Antrag auf Überlassung dieses Geländes für eine 150 Meter lange Schwimmbahn gestellt hatte. In schwierigen Verhandlungen mit der Stadtverwaltung und dem Sportverein konnte eine Einigung erzielt werde. Wir erhielten nicht nur die Genehmigung für den Umbau des Uferstreifens, sondern konnten auch noch einen Antrag auf Abschluß eines Pachtvertrages stelle. Am 18.03.1949 erhielten wir die endgültige Genehmigung der Niederrheinischen Hütte, die Platzanlage weiterhin zu benutzen, und mit Wirkung vom 01.04.1949 wurde von uns die Uferböschung von uns in Pacht genommen.

Langsam und stetig konnte die Jugendmannschaft – sportbegeisterte Kameraden für die Kajak-Mannschaft wurden geworben – ihre Leistungen steigern. Es galt den Namen des Vereins nun auch in die Öffentlichkeit zu tragen. Einheitliche Sportkleidung wurde angeschafft.

Bild-Chronik-10Seit dem Jahre 1949 tat die Rennmannschaft einen großen Schritt nach oben. In der Jahres-Leistungstabelle von 1949 stand der Verein im Lande Nordrhein-Westfalen auf dem 17. Platz (im Vorjahr noch auf 39.), in der Jugend-Jahres-Leistungstabelle auf dem 4. Platz von insgesamt 40 rennsporttreibenden Vereinen.

So wurde aus dem lockeren Vereinsgefüge ein schaffender Verein, der in ganz Westdeutschland bald einen klingenden Namen hatte. Der Name Wassersportverein „Niederrhein“ e.V. wurde bei allen kanutreibenden Sportvereinen ein Inbegriff einer sportliebenden, kameradschaftlichen Gemeinschaft. Aber nicht nur die Kanusportler, sondern auch die Schlachtenbummler haben es in diesen Jahren verstanden, den Vereinsnamen populär zu machen. Zu den Regatten fuhr alles mit, was zu Hause abkömmlich war und auf dem Lastwagen untergebracht werden konnte. Faust- und Korbballturniere am Sonntagvormittag ersetzten den heutigen Frühschoppen.

Nicht nur die Zielstrebigkeit im sportlichen Geschehen, sondern auch Umbauarbeiten, Anschaffungen – immer wieder den aufstrebenden Bedürfnissen des Vereins angepaßt – sind Ausdruck unermüdlichen Schaffens. So hat sich im Laufe der Jahre das Vereinsgelände immer mehr verändert, verbessert und umgestaltet.

Wo sich z.B. heute unser Parkplatz befindet, stand früher ein Wäldchen mit einem kleinen Holzhäuschen, das zur Erledigung menschlicher Bedürfnisse diente. Als dann im Jahre 1954 die Niederrheinische Hütte ihr Clubhaus baute, bekamen wir die Gelegenheit, diese unsere Bedürfnisse dort zu erledigen. Aber auch bei der Hütte wuchs der Betrieb, die sanitären Anlagen reichten nicht mehr aus, und wir bekamen von der Hütte die Auflage eine eigene Toilettenanlage zu bauen. Und dies unter weiterer Benutzung der Abwasserpumpe zum Hauptkanal auf die Straße.

In den Jahren 1957/58 wurde dann in Eigenleistung des Vereins der sog. ‚Kloanbau’ erstellt, der heute mit in den Neubau einbezogen worden ist. Gleichzeitig mit der Auflage, eine eigene Toilettenanlage zu bauen, stellte man uns anheim, auch eine eigene Zufahrt zum Vereinsgelände zu schaffen. So wurden aus dem damaligen ‚Klowäldchen’ der Parkplatz und die Zufahrt in der heutigen Form.

Im Zuge dieser Arbeiten wurde das gesamte Plateau um ca. 50 cm angehoben, indem Hochofenschlacke und Schutt angeschüttet wurden. Ferner wurde eine Abgrenzung zwischen unserem Gelände und der Liegewiese der Niederrheinischen Hütte geschaffen.

Parallel zum Kloneubau lief die Neuerstellung der kleinen Liegewiese vor dem Bootshaus, indem der Anschlussdamm zur Hütte in den See gebaggert wurde. Anschließend erhielt das Ufer zur Befestigung eine Betonmauer.

Bild-Chronik-11Aber nicht nur das äußere Bild des Vereins änderte sich so im Laufe der Jahre. In dem bisher geschilderten Zeitraum veränderten und verbesserten sich z.B. die Boote. Die in den Vor- und Nachkriegsjahren teilweise selbstgefertigten starren Boote wurden mit den Jahren falt- und zerlegbar. Die neuen Rennboote waren aus hauchdünnem Sperrholz und heute aus präzise gegossenem Kunststoff und sind schmal und schnittig – sie erinnern in der heutigen Form überhaupt nicht mehr an die Boote von einst.

Genauso vollzog sich die Steigerung vom schlichten, winzig-kleinen Paddlerzelt zum heutigen komfortablen Steilwand-Zelt mit Inneneinrichtung oder zum eleganten Wohnwagen mit jeglichem Komfort. Nicht nur die Zielstrebigkeit im sportlichen Geschehen, sondern auch Umbauarbeiten, Anschaffungen – immer wieder den aufstrebenden Bedürfnissen des Vereins angepaßt – sind Ausdruck unermüdlichen Schaffens. So hat sich im Laufe der Jahre das Vereinsgelände immer mehr verändert, verbessert und umgestaltet.

Wo sich z.B. heute unser Parkplatz befindet, stand früher ein Wäldchen mit einem kleinen Holzhäuschen, das zur Erledigung menschlicher Bedürfnisse diente. Als dann im Jahre 1954 die Niederrheinische Hütte ihr Clubhaus baute, bekamen wir die Gelegenheit, diese unsere Bedürfnisse dort zu erledigen. Aber auch bei der Hütte wuchs der Betrieb, die sanitären Anlagen reichten nicht mehr aus, und wir bekamen von der Hütte die Auflage eine eigene Toilettenanlage zu bauen. Und dies unter weiterer Benutzung der Abwasserpumpe zum Hauptkanal auf die Straße.

In den Jahren 1957/58 wurde dann in Eigenleistung des Vereins der sog. ‚Kloanbau’ erstellt, der heute mit in den Neubau einbezogen worden ist. Gleichzeitig mit der Auflage, eine eigene Toilettenanlage zu bauen, stellte man uns anheim, auch eine eigene Zufahrt zum Vereinsgelände zu schaffen. So wurden aus dem damaligen ‚Klowäldchen’ der Parkplatz und die Zufahrt in der heutigen Form.

Im Zuge dieser Arbeiten wurde das gesamte Plateau um ca. 50 cm angehoben, indem Hochofenschlacke und Schutt angeschüttet wurden. Ferner wurde eine Abgrenzung zwischen unserem Gelände und der Liegewiese der Niederrheinischen Hütte geschaffen.

Parallel zum Kloneubau lief die Neuerstellung der kleinen Liegewiese vor dem Bootshaus, indem der Anschlussdamm zur Hütte in den See gebaggert wurde. Anschließend erhielt das Ufer zur Befestigung eine Betonmauer.

Aber nicht nur das äußere Bild des Vereins änderte sich so im Laufe der Jahre. In dem bisher geschilderten Zeitraum veränderten und verbesserten sich z.B. die Boote. Die in den Vor- und Nachkriegsjahren teilweise selbstgefertigten starren Boote wurden mit den Jahren falt- und zerlegbar. Die neuen Rennboote waren aus hauchdünnem Sperrholz und heute aus präzise gegossenem Kunststoff und sind schmal und schnittig – sie erinnern in der heutigen Form überhaupt nicht mehr an die Boote von einst.

Genauso vollzog sich die Steigerung vom schlichten, winzig-kleinen Paddlerzelt zum heutigen komfortablen Steilwand-Zelt mit Inneneinrichtung oder zum eleganten Wohnwagen mit jeglichem Komfort. Es kam der Zeitpunkt, wo das alte Bootshaus den Ansprüchen und Anforderungen einfach nicht mehr gewachsen war. Mühsam ausgeführte Renovierungsarbeiten konnten der Baufälligkeit keinen Einhalt mehr gebieten. Der Verein, seit dem Jahre 1959 unter der Führung des 1. Vorsitzenden, Helmut Sgaslik, entschloß sich ein neues modernes und allen Erfordernissen gerecht werdendes Bootshaus zu bauen, damit die Arbeit um die sportliche Ertüchtigung der Jugend weiterhin zielstrebig und mit Erfolg durchführen und den Mitgliedern wieder eine sportliche Heimstätte bieten zu können.

Es bedurfte dann noch ein paar Jahre der reiflichen Überlegung, Planung der Finanzierung und Verhandlungen mit der Niederrheinischen Hütte über die Pachtverträge. Und dann war es soweit, das alte Bootshaus mußte dem neuen weichen.

Einerseits beseelt vom Tatendrang etwas Neues zu schaffen, andererseits aber auch mit Wehmut im Herzen – denn so manche Erinnerung wurde begraben – wurde Anfang September 1969 das alte Bootshaus ausgeräumt und, wie man so schön sagt, dem Erdboden gleichgemacht. Es begann eine emsige Tätigkeit. Nach Entwürfen des vereinseigenen Architekten Claus Hergarten, mit Unterstützung des Landes NRW und der Stadt Duisburg, wurde am 26.09.1969 unter Großeinsatz aller Mitglieder mit dem Neubau begonnen.

Bild-Chronik-12Nicht selten gab es Schwierigkeiten, das fing schon bei den Ausschachtungsarbeiten an. 35 cm Grundwasser standen in der ausgehobenen Grube. Es gab keine andere Lösung, als bis zur Fertigstellung der Beton-Grundplatte 3 Wochen lang – Tag und Nacht – in Wechselschicht mit einer Motorpumpe den Grundwasserspiegel zu senken. Es klappte. Nach dem Betonieren der Grundplatte war alles wieder ‚trocken’. Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt auch der Wasserstand der Wedau unter Normal, so das die Betonwände der Wanne im Trocknen eingeschalt und betoniert werden konnten. Die große Frage war, ob die Wanne bei normalem Wasserstand und bei Hochwasser auch dicht war. Sie war dicht. Das Fundament und damit die erste gewaltige Hürde war genommen, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, daß das gesamte Bauprogramm ein einziger Hürdenlauf war, und es nur durch den totalen Einsatz aller Mitglieder möglich gewesen ist, ein solches Bauprojekt durchzuführen. Am 02.11.1969 wurde in einem feierlichen Akt der Grundstein zum neuen Clubhaus gelegt, und am 17. Oktober 1970 wurde Richtfest gefeiert.

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